Wir netzwerken für Flüchtlinge

Brandt_Flüchtlingsberatung
Flüchtlingsnetzwerkerin Simone Brandt in einer Beratung – Quelle: Handwerkskammer der Pfalz

Seit 1. August beschäftigt die Handwerkskammer der Pfalz eine Flüchtlingsnetzwerkerin, die junge Asylbewerber und Flüchtlinge – vom Nicht-mehr-schulpflichtigen Alter bis zu 35 Jahren – intensiv coacht. 12 junge Menschen wurden ihr im Rahmen des Pilotprojektes „Coach für betriebliche Ausbildung für Flüchtlinge“ von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter zur Betreuung zugewiesen. Die Jugendlichen und junge Erwachsene kommen größtenteils aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Iran, Georgien und Ägypten.

Auch andere Stellen und Institutionen treten an die Flüchtlingsnetzwerkerin heran, wie etwa ehrenamtliche Flüchtlingshelfer, Bildungs- und Sozialträger sowie Betriebe, die Jugendliche ausbilden möchten. Durch eine sogenannte Querverweisberatung werden die jungen Menschen zielorientiert an die richtige Stelle vermittelt. Die Vermittlung von Flüchtlingen in eine handwerkliche Ausbildung ist einerseits Teil der Fachkräftesicherungsstrategie im Handwerk, andererseits auch eine Form der Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung.

Im sog. Matching – also der passgenauen Zuordnung eines potenziellen Lehrlings zu einem Betrieb – sieht die Coachin eine ihrer Hauptaufgaben. Damit ist sie auch psychologisch gefordert: Oft kommt es darauf an ob es gelingt einen Perspektivenwechsel im Handwerksbetrieb zu bewirken. Ein Perspektivenwechsel beispielsweise um Empathie zu erreichen, im Betrieb zu erklären, dass der Ablauf unserer dualen Ausbildung nicht mit einer Ausbildung in den Herkunftsländern vergleichbar ist. Darum ist oft eine verlängerte Eingewöhnungsphase in das duale System erforderlich, die der Ausbildungsbetrieb den Jugendlichen zugestehen sollte. Im Betrieb Akzeptanz für die zugegebenermaßen oft komplexen Gegebenheiten zu generieren und interkulturelle Ansätze zu vermitteln ist sicherlich kein leichter Job.

Auf jeden Fall ist es eine zukunftsorientierte Angelegenheit, denn gewiss ist, dass die Flüchtlingsströme in naher Zukunft nicht abnehmen werden und unter diesen Menschen, die zu uns kommen sind sehr viele Minderjährige.

Insbesondere in den Branchen Kfz, Zimmerer, Tischler aber auch Bäcker und Friseure – also jene Branchen, die den Fachkräftemangel schon deutlich spüren – werden besonders viele Jugendliche in eine Ausbildung vermittelt. Neben Ausbildungsplätzen werden auch Praktikumsplätze von der Flüchtlingsnetzwerkerin der Kammer angeboten. Doch ihre Aufgabe erstreckt sich nicht nur auf die Vermittlung von Ausbildungsstellen sondern auch auf eine nachhaltige Betreuung der jungen Menschen während der Ausbildung; sie steht jederzeit als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Die vielen Menschen, die tagtäglich in unser Land kommen sind eine Chance für unseren Ausbildungsmarkt – für die Betriebe Potenzial zur Nachwuchssicherung. Und natürlich erhöht sich durch eine erfolgreich beendete Ausbildung zur Fachkraft die Chance auf ein dauerhaftes Bleiberecht erheblich.

Wenn Sie Unterstützung oder Beratung wünschen, wenden Sie sich an Simone Brandt, Tel. 0631 3677-216.

 

Beitrag des SWR v. 17.09.2015 (Landesschau): „Ein Coach für Flüchtlinge“

 

Die Projektförderung erfolgt aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz, der Agenturen für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens, Landau und Ludwigshafen, sowie aus Eigenmitteln der Handwerkskammer  der Pfalz.

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